BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Lass brummen. Eine Zukunft für Insektenvielfalt

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Pestizide vergiften unsere Landschaften

Hauptverursacher für das Insektensterben sind die industrielle Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden. Pestizide vergiften Insekten, Pflanzen und Böden und tragen damit zum Artenschwund bei. Alleine in Baden-Württemberg werden jedes Jahr circa 3.000 Tonnen an Pestizidwirkstoffen versprüht. Besonders fatal sind Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide und das Totalherbizid Glyphosat. Neonicotinoide wirken als Nervengift. Nehmen die Insekten diese Gifte auf, etwa über Nektar und Pollen, ist unter anderem ihr Orientierungsvermögen gestört. Honigbienen beispielsweise finden nicht mehr in ihren Bienenstock zurück.
Grüne Wüste Maisfeld

Die Intensivierung der Landwirtschaft mit immer größeren Flächen an Monokulturen zerstört vielfältige und strukturreiche Landschaften und Lebensräume. Wenn Obstbäume und Raps verblüht sind, blüht in vielen Gegenden nichts mehr. Für Insekten sind Maisfelder grüne Wüsten. Früh gemähte und übergedüngte Wiesen, „sauber“ gespritzte Äcker und umgepflügte Wegränder bieten keinen Platz für Blüten, an denen Insekten Nektar und Pollen sammeln können.
Bauwut frisst Lebensraum

Auch der Flächenfraß durch Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete zerstört die Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Jedes Jahr werden in Baden-Württemberg eine Fläche von rund 2.000 Fußballfeldern für Siedlungs- und Infrastrukturzwecke der Landwirtschaft und dem Naturschutz entzogen. Die Hälfte davon wird zugebaut, betoniert oder geteert, so dass dort Tiere und Pflanzen gar nicht mehr existieren können.
Folgen für Schmetterlinge

In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Schmetterlinge weltweit, aber auch regional stark abgenommen. Zwischen 1990 und 2011 ist nach Zahlen der Europäischen Umweltagentur (EEA) die Population von 17 in der EU verbreiteten Schmetterlingsarten um rund die Hälfte geschrumpft.
Folgen für Bienen, Schwebfliegen, Käfer

Im Jahr 2008 hat das Insektizid Clothianidin, das zum Beizen von Mais eingesetzt wurde, zu Schäden an über 11.000 Bienenvölkern geführt. Das fiel auf. Dass durch den Einsatz von Insektiziden auch ihre frei lebenden Verwandten, die Wildbienen, und viele Schmetterlinge, Schwebfliegen, Schlupfwespen und andere Insekten sterben, wird viel weniger beachtet.
Folgen für Vögel

Insekten fressenden Vögeln fehlt die Nahrung. Doch Insektizide schaden Vögeln auch direkt. Eine 2017 durch die Universität von Saskatchewan (Canada) veröffentlichte Untersuchung zeigt: Schon wenige mit Neonicotinoiden gebeizte Samenkörner reichen, um das Orientierungsvermögen der Dachsammer, eines amerikanischen Zugvogels, so zu stören, dass sie ihre Brutplätze nicht mehr findet.

Quelle: http://www.grenzach-wyhlen-bund.de/start/