7. Januar 2018

Projekt Neue Allmende

Die Wiesen im Rheintal stellen schon seit Jahrhunderten einen wertvollen, gemeinsamen Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Wildtiere dar. Diese den Ort Grenzach-Wyhlen teilweise noch reizvoll prägende Landschaft ergab sich durch die frühere, überwiegend landwirtschaftliche Nutzung. Deren Bedeutung hat jedoch inzwischen stark abgenommen, so daß eine Überprüfung der Nutzungen und Bedürfnisse erfolgen sollte.

Aktuell steht die Landwirtschaft im Ort erkennbar vor der Alternative einer Intensivierung der Produktion oder einer vielfältigeren, abgestimmten Nutzung der Wiesen für extensive Landwirtschaft, ausgleichenden Artenschutz und verträgliche Naherholung sowie Freizeit. Dabei wurden bereits Festlegungen getroffen, indem Wiesen als Ausgleichsflächen des Artenschutzes für Wohnbau, Gewerbe sowie aktuell auch für den Straßenbau der B34_neu festgelegt wurden.  Zusätzlich entsteht durch den bereits laufenden und noch bevorstehenden Straßenbau auch ein erheblicher Ersatz-Bedarf für entfallende Feldgärten, Naherholung und Freizeitgelände. Der Bedarf für Nutzungen des restlichen Wiesengeländes südlich der Bahnlinie (und B34_neu) ist daher sehr groß, eine verträgliche Abstimmung der Nutzungen ist aber bisher nicht erkennbar.

Wir werden uns als BUND-Gruppe aktiv für einen Erhalt der prägenden Wiesen mit seiner Vielfalt an heimischen Pflanzen- und Wildtier-Arten einsetzen. Dabei sollen auch andere, verträgliche Nutzungen im gemeinsamen Natur-Kultur-Raum stattfinden können. Insgesamt streben wir im Bereich der Wiesen abgestimmte Lösungen für die Allgemeinheit an und nennen unser Projekt daher die Neue Allmende.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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