Die Kiesgrube in Wyhlen

Ein bis ca. 1980 genutztes Kiesabbaugebiet wurde vom Kieswerk Wyhlen im Rahmen einer Rekultivierung als neuer Lebensraum in Form einer Flussaue gestaltet, es bietet Tieren und Pflanzen auf engem Raum sehr unterschiedliche Lebensbedingungen.


Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Das Gelände gründet auf einer mehrere Meter dicken Kiesgrundlage, die sehr trocken und nährstoffarm ist. Dieses geringe Angebot an Nährstoffen erlaubt speziell angepassten Pflanzen und deren begleitenden Tierarten sich gegen andere Pflanzen und Tiere dort durchzusetzen, die sich in unserer Kulturlandschaft sonst häufig finden. Da es solche Lebensräume nach der Nutzbarmachung des Rheines durch Einbettung und Aufstauung nicht mehr so viele gibt, sind die hier vorkommenden Arten zwar historisch in dieser Region verwurzelt, kommen aber nicht mehr so häufig vor.



Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)

Das Gelände besteht in unmittelbarer Rheinnähe aus zwei nährstoffreichen Gewässerzonen, deren einer Teil ganzjährig von jedermann begehbar ist, deren anderer Teil während der Brut- und Aufzuchtsaison von März bis Oktober für Besucher gesperrt ist, Brut und Aufzucht findet in beiden Gebieten statt. Das dort an die Oberfläche gelangte Wasser schwillt nach Regenperioden immer wieder auf das Doppelte seiner Gesamtfläche an, das dabei regelmässig überflutete Gelände gibt angepassten Tier- und Pflanzenarten gute Möglichkeiten sich an diesem geschütztem Standort zu halten. Dieser Wechsel von Wasser und Trockenheit bietet einen abwechslungsreichen Lebensraum, der mit den Kiesbänken eines Flusses vergleichbar ist.


Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Im Norden werden grosse Flächen des Geländes durch den BUND frei gehalten, hier wird die Kiesfläche durch die Sonne erwärmt und oberflächlich nahezu wasserfrei gehalten. Auch auf diesen Lebensraum haben sich einige Tiere angepasst. Dagegen sind andere Geländeteile im Südwesten inzwischen mit einem Wald bewachsen, beschattet und ganzjährig mit einem feuchten Untergrund versehen.


Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei)

Durch dieses abwechslungsreiche Gelände mit trocken-heißen Schotterflächen, Sand- und Steinhaufen, grossen Felsbrocken in und am Gewässer wird seltenen Tieren und Pflanzen wie dem Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei), der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), dem Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), der Gelbbauchunke (Bombina variegata) und der Mauereidechse (Podarcis muralis) ein heute relativ seltener Lebensraum geboten.

Für Besucher ist ein Aussichtspunkt eingerichtet worden, von dem man aus in den dauerhaft wasserhaltigen Bereich Einblick hat.


Mauereidechse (Podarcis muralis)

Unterstützt bzw. eingerichtet wurde und wird dieses Projekt vom Land Baden Württemberg, der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, der unteren Natruschutzbehörde im Landratsamt, der Firma Holcim, dem Verein für Heimatgeschichte Grenzach-Wyhlen und dem BUND. Bei den Pflegemassnahmen wird versucht die Vielfalt diese Kleinodes zu erhalten, die Gewässer vor Verlandung zu schützen, einen Teil der Kiesflächen vor Waldbewuchs zu bewahren und besonders erfolgreichen Pflanzenarten unregelmässig Einhalt zu gebieten.


Wenn sie es jetzt für eine gute Idee halten sich das mal selber anzugucken, fahren sie einfach hierhin:



Wir können ihnen das nur dringend empfehlen!
Ihre BUND Ortsgruppe Grenzach Wyhlen



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