Stichling



Der Dreistachlige Stichling (Gasteroestus aculeatus) kommt, mit Ausnahme des Donaudeltas, in ganz Europa, in Algerien, Nordasien und Nordamerika vor. Er bewohnt stehende und fließende Gewässer und lebt sowohl im Süßwasser als auch im küstennahen Salz- und Brackwasser. Typischerweise bewohnt er dort pflanzenreiche Areale mit sandigem oder schlammigem Grund und bevorzugt hier Flachwasserzonen von langsam fließenden Gewässern.

Der Dreistachlige Stichling erreicht eine Gesamtlänge von durchschnittlich 5-8 Zentimeter, bei einem Gewicht von 8g bis 20g. Der Körper ist im Vergleich zu den Vertretern anderer Stichlingsgattungen eher hochrückig, die relative Körperhöhe ist abhängig vom bewohnten Habitat. Die überaus gewandten Schwimmer ernähren sich von zahlreichen Kleintieren (Insektenlarven, Würmer) aber auch von Fischlaich und -brut. Der Dreistachlige Stichling ist nicht besonders langlebig und erreicht nur ein Alter von zwei bis drei Jahren.



Weibliche und juvenile Tiere, sowie nicht fortpflanzungsbereite Männchen tragen meist eine schlichte schwarzbraune Marmorierung auf hellem, silbrigen Grund. Der Rücken ist dabei dunkler gefärbt als die Bauchseite. Bei Salzwasserpopulationen ist der Silberglanz besonders ausgeprägt. Grundsätzlich variiert die Farbgebung in Abhängigkeit vom Lebensraum, es sind auch messinggelbe und vollkommen schwarze Populationen bekannt.



Während der Laichzeit tragen adulte Männchen ein farbenfrohes Brutkleid: Die Marmorierung weicht zurück und die Bauchseite färbt sich vom Maul bis zum Schwanzstiel intensiv orangerot. Der Rücken und die Iris der Augen nehmen ein helles Türkis an. Die Stichlinge bauen von April bis August aufeinanderfolgend bis zu drei Nester am Boden, in dieses Nest legen mehrere Weibchen ihre Eier (100 - 400 Stück) ab. Die Männchen betreiben nach der Eiablage allein die intensive Brutpflege, die Fortpflanzungszeit ist für beide Geschlechter äußerst strapaziös und viele Stichlinge sterben nach ihrer ersten Laichperiode. Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben sie in losen Schwärmen.



Wie alle Stichlinge trägt auch der Dreistachlige Stichling keine Schuppen. Mit den drei Stacheln in der Rückenflosse kann sich der Fisch vor dem Angriff größerer Fische in gewissem Umfang schützen, da die abgespreizten Stacheln beim Zubeißen den Kiefer des Fressfeindes verletzen. Zusätzlich bildet er zum Schutz dachziegelartig überlappende Knochenplatten aus.



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