Rotfeder



Die Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) gehört zu den Weissfischen und bevorzugt einen Lebensraum wie er durch den Altrhein zur Verfügung gestellt wird.

Rotfedern haben einen hochrückigen, gedrungenen und seitlich abgeflachten Körper. Die Oberseite ist bräunlich - messingfarben, die Seiten eher goldig, nach unten ist der Fisch silbrig. Auffällig ist der kielförmige Bauch vor der Afterflosse. Das Maul ist oberständig und steil aufgerichtet, wodurch er sich als Nahrungssammler an der Oberfläche auszeichnet. Diese Maulform ist ein wichtiges Kriterium bei der Unterscheidung zum Rotauge, zusätzlich unterscheidet sich die Rotfeder durch den gegenüber der Bauchflosse deutlich zurückgesetzten Flossenansatz der Rückenflosse die beim Rotauge eher übereinander stehen.

Die Rotfeder zeigt sich gegenüber hohen Wassertemperaturen, Nitrateinträgen aus der Landwirtschaft und niedrigem Sauerstoffgehalt ziemlich unempflindlich, gegenüber anorganischen Verschmutzungen aus der Industrie zeigt sie sich dagegen empfindlich. Sie ernährt sich überwiegend vegetarisch, nimmt vor allem im höheren Alter aber auch tierische Nahrung zu sich. Sie wird durchschnittlich nur 250 bis 300 g schwer, kann aber bei grossem Raubfischdruck (die Nahrungskonkurrenz wird weggefangen) das Gewicht maximal versechsfachen. Sie kann bis zu 18 Jahre alt werden. Rotfedern sind äusserst vorsichtig und fliehen schon bei geringsten Störungen.



Die Rotfeder lebt als Schwarmfisch in stehenden Gewässern oder in strömungsarmen Flüssen. Sie bewohnt flache, pflanzenreiche Bereiche mit schlammig- sandigem Untergrund bei mittleren Wassertiefen. Als zentrales Verbreitngsgebiet gilt Mittel- und Osteuropa, sie kommt aber auch in Finnland und Italien vor. In ihrem Verbreitungsgebiet ist sie stark von üppigem Pflanzenbewuchs abhängig. Wie andere karpfenartige Fische sind sie typische Sommerfische, im Winter ziehen sie sich in tiefe Wasserbereiche zurück und durchleben dann eine Winterruhe, in den kältesten Wochen ganz ohne Nahrungsaufahme.



Sie laichen in grossen Schwärmen an flachen Flussstellen in der warmen Jahreszeit von Mai bis Juli. Die Weibchen legen ca. 150.000 Eier von 1 Millimeter Grösse an Wasserpflanzen ab. Die Larven schlüpfen nach ca. 7 Tagen und bilden grosse, sichtbare Schwärme im unmittelbaren Uferbereich. Die Rotfedern wachsen sehr langsam und erreichen erst mit 4 Jahren ihre Geschlechtsreife. Der Laichvorgang geschieht oft mit anderen karpfenartigen Fischen (Rotauge, Aland und Brasse), hierbei kommt es mitunter zu Kreuzungen.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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