Rotauge



Das Rotauge (Rutilus rutilus) ist ein Generalist unter den Fischen und stellt wenig Ansprüche an seinen Lebensraum. Die Fischart gehört zu den karpfenartigen Fischen und lebt als Schwarmfisch in stehendem oder langsam bzw. mässig fliessenden Gewässern, das Rotauge mag keine schnellfliessenden, oder ganzjährig kalte Gewässer, mit diesen Ansprüchen ist es daher ein typischer Bewohner des Altrheins. Die Körperform des Fisches ist eher hochrückig in fliessendem Wasser und korpulenter in stehendem Wasser, das Rotauge hat rötliche Flossen und eine rötliche Iris in den Augen, sowie ein endständiges Maul. Bauch- und Rückenflosse befinden sich auf einer Höhe, sie können bis 50cm lang werden und erreichen ein Gewicht von max. 2,5kg bei einem Alter von 12 bis zu 15 Jahren. Rotaugen gehören zu den wichtigsten Beutefische für Hecht und Zander.



Sie bevorzugen flache, ruhige und pflanzenreiche Uferbereiche, können aber auch im tieferen Wasser vorkommen. Ihre Nahrung ist gemischt: Algen, Pflanzen, Würmer, Insekten, Larven, Muscheln und Schnecken werden mit Schlundzähnen zerkleinert, bei Hochwasser suchen sie auch in Überschwemmungsregionen nach pflanzlichen Futter. Gerade jüngere und kleinere Fische stehen im Schwarm zusammen, grosse ältere Tiere sind auch einzeln unterwegs. In der kalten Jahreszeit verlassen sie die Uferbereiche, bilden dann grösser Schwärme und suchen tiefere und/oder geschützte Stellen wie Hafenbecken auf.



Die Laichzeit liegt zwischen April und Mai bei Wassertemperaturen ab 6C°, es können bis zu 100.000 selbstklebende Eier auf unterschiedlichsten Substraten (Pflanzen, Wurzel, Steine) abgelegt werden, sie finden sogar in der freien Strömung von regulierten Gewässern geeignete Stellen zur Ablage der Eier. Der Laichvorgang ist oft geräuschvoll und lockt mitunter Raubfische an. Die Jungen schlüpfen je nach Wassertemperatur schon nach 4 bis 10 Tagen, danach leben sie kurze Zeit von ihrem Dottersack bevor sie ins Freiwasser schwimmen. Die Rotaugen werden schon nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif, es kann sich mit anderen Weissfischen (Rotfeder, Aland und Brasse) kreuzen, Mischformen sind daher möglich.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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