Quappe



Die Quappe (Lota lota) ist in vielen Dingen eine Ausnahme unter den Fischen im Rhein. Sie ist ein dämmerungs- und nachtaktiver, bodenlebender Raubfisch aus der Familie der Dorsche und damit der einzige Vertreter dieser Familie im Süßwasser. Im Jahresverlauf entwickelt sie die die höchste Aktivität im Winter, im Sommer durchlebt sie eher eine Ruhephase. Zur Hauptnahrung zählen kleine bodenlebende Wirbellose, Fischbrut und Fischlaich. Sie lebt in kalten Steh- und schwachen Fließgewässern mit Vorliebe in größerer Tiefe und bevorzugt dort steinigen und kiesigen Untergrund, schlammige Untergründe werden gemieden.

Sie hat einen langgestreckten, vorne runden, hinten eher abgeflachten Körper. Auffällig ist die ca. 2 cm hohe, zweite Rückenflosse die sich fast über den gesamten hinteren Körperteil hinwegstreckt. Die Farben der Schuppen sind grau, grün bräunlich. Das Maul ist unterständig, flach und eher breit. Hinter den vorderen Nasenöffnungen haben sie zwei auffällige kurze Barteln und einen langen Bartfaden am Unterkiefer. Sie können bis zu 10 Jahre alt werden und werden unter äußerst guten Umständen über einen Meter lang, die Durchschnittslänge liegt unter 50cm, das Maximalgewicht liegt über 5kg. Sie kann 10 bis 12 Jahre alt werden.



Sie versteckt sich tagsüber in Gruppen zwischen Steinen und geht nachts auf die Jagd auf bodenlebende, schlafende Tiere. Sie bevorzugt kühles, sauerstoffreiches Wasser und steht oft an Einmündungen zu Seen oder Flüssen. Der Altrhein ist kein bevorzugter aber ein geeigneter Lebensraum für die Quappe.

Ab dem 4.ten Lebensjahr wandern zur Laichzeit (November bis Ende Februar) zunächst die Männchen, dann die Weibchen zu sandig, kiesigen Gründen ihres Flusses, sie laichen dort im kalten Wasser ab. Männchen und Weibchen bemühen sich dabei in die Mitte von kugelförmigen Laichgruppen zu kommen, um dort die Samen und Eier auszuscheiden. Die Weibchen legen bis zu 1 Mio. Eier ab, die Larven schlüpfen nach ca. 2 bis 6 Wochen und sind schnellwüchsig. Zur Laichzeit vieler anderer Fische sind die Jungen schon fähig, von den abgelegten Eiern und Fischlarven anderer Fischarten zu leben. Die jungen Quappen wachsen im ersten Jahr zu einer Länge von 10cm bis 15cm heran, ihre Geschlechtsreife erreichen sie bei einer Länge von 30cm bis 40cm mit 3 bis 4 Jahren.

Wegen mangelnder Aufstiegsmöglichkeiten in verbauten Flüssen und der, durch den Konsum von Fremdlaich begründeten, intensiven Nachstellung durch den Menschen gilt der Bestand als gefährdet. Die Quappe genießt einen hohen Schutzstatus.



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