4. Oktober 2020

Abgabe Begründung Berufungsverfahren Kesslergrube

Pressemitteilung

Mit der Abgabe einer umfassenden und vertieften Begründung im Berufungsverfahren "Kessler-Grube" wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Im weiteren Verfahren wird es besonders um die Frage gehen, was das Bodenschutzgesetz mit der Bezeichnung "dauerhaft" meint. Das Projekt der Firma BASF sieht vor, die Schadstoffe für die nächsten 50 bis 100 Jahren mit einer nur teilweise dichtenden Umspundung zu versehen, welche das Durchströmen der unteren Hälfte der Deponie durch Grundwasser vielleicht reduziert, aber den Austrag von gelösten Schadstoffen in das Grundwasser und  den Rhein nicht unterbindet. Auch erheblich nachteilig einzuschätzen ist, dass sich die Schadstoffe in der oberen, trockenen Hälfte der Deponie in diesem Zeitraum wahrscheinlich kaum verändern werden, so dass dann noch folgende Maßnahmen geplant und auch finanziert werden müssten, welche jedoch fehlen.

Es ist daher aus der bestehenden Planung bereits eindeutig ableitbar, dass dieses extrem langfristige Projekt für die Allgemeinheit nicht nur in Grenzach-Wyhlen und der Region große Unsicherheiten und Nachteile beinhaltet. Daher wendet sich der BUND konsequent und nachdrücklich gegen dieses Projekt.

Das Projekt der BASF im östlichen Bereich (Perimeter 2), welches auf eine unzureichend gesicherte, zeitlich unbegrenzt fortgesetzte Lagerung der Schadstoffe zielt, ist seit Jahren umstritten zwischen der BASF und den zuständigen Landesbehörden auf der einen Seite und dem BUND sowie der Gemeinde Grenzach-Wyhlen mit benachbarten Gemeinden auf der anderen Seite. Nachdem einem Widerspruch gegen die Planung nicht stattgegeben wurde, erfolgte eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Freiburg, welches die Klage im Rahmen der Berufung an den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim weitergereicht hat. Mit der Abgabe einer umfassenden und vertieften Begründung in diesem Verfahren wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Die Sanierung des Roche-Anteils im westlichen Bereich der Kesslergrube (Perimeter 1) schreitet bekanntlich zügig und plangemäß voran, indem dort die Ablagerung vollständig ausgehoben und das Material extern thermisch entgiftet sowie anschließend entsorgt wird. Der Aushub des letzten von drei Baufeldern wird derzeit vorbereitet. Diese Sanierung entspricht dem guten Stand der Technik und wird daher vom BUND als vorbildhaft eingeschätzt.



Industrialisierung am Hochrhein

"Chemische Industrie Grenzach um 1900"
-Archiv ZeitzeugenGW

Kesslergrube.de

Bei der Altablagerung Kesslergrube handelt es sich um mehrere ehemalige Kiesgruben im Ortsteil Grenzach der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, die zwischen 1913 und 1969 angelegt und betrieben wurden.
Ab den 1950er Jahren erfolgte bis 1976 eine Wiederauffüllung mit Erdaushub, Bauschutt, Hausmüll und Abfällen der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Verfüllt wurden die Gruben durch ortsansässige Industriebetriebe, Müllfuhrunternehmen und die Standortgemeinde.

Nachhaltigkeit

Quelle: www.nachhaltigkeit.info

„Humanity has the ability to make development sustainable - to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs."

Frei Übersetzt bedeutet dies: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende.“

oder wie der Brundlandt-Bericht 1987 schrieb:
„Dauerhafte (nachhaltige) Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."

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