BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


18. August 2019

Storchenspaziergang am Markhof

Engagement mit Ausdauer

Das Gebaren grosser und mittlerer Firmen, die Verwaltung und auch die politischen Entscheidungsträger unterscheiden sich in Grenzach-Wyhlen leider nur wenig von denen in anderen Gemeinden oder übergeordneten Gebietskörperschaften. Auf allen Ebenen wird mit wenig nachhaltigen, ökonomischen Ansätzen gewirtschaftet und eine Wachstumspolitik verfolgt, die ohne die Ausbeutung natürlicher Ressourcen gar nicht möglich wäre. Wir glauben sogar, dass in diesem Sinne mehr geklotzt als gekleckert wird und der Raubbau an der Natur in einem atemberaubenden Tempo voranschreitet.

So haben sich im Laufe von Jahrzehnten ganze Themengebiete eröffnet, deren weitere Entwicklung wir mehr als kritisch verfolgen. An manchen Stellen können wir uns nur mit Mühe einer Fundamentalopposition verweigern.

Wir betrachten den BASF Anteil an der Kesslergrube als eine Generationenlast, die schon wir von unserer Vorgeneration vererbt bekommen haben und die wir nun unseren eigenen Kindern übereignen, frei nach dem Motto: "Sollen die doch zusehen wie sie damit klarkommen". Das es auch anders geht zeigt die Roche, die mit dieser Altlast nach unserer Auffassung vorbildlich umgeht.

Auf unsere einhellige Ablehnung stösst auch die nach wie vor fortschreitende Flächenversiegelung. Nirgends sind auch nur ansatzweise Entwicklungen erkennbar, bereits versiegelte Flächen, wieder der Natur zurückzugeben. Auf der Seite für die Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan bekommt man einen Eindruck, wie es in und um Grenzach und Wyhlen vor garnicht langer Zeit mal ausgesehen hat. Mit dem Verlust von naturnahen, landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es für unsere Generation weder viele Schmetterlinge, noch viele Amphibien im Alltag zu beobachten. Wo Strassenteer, Pflastersteine, Industriegebiete und Wohngebäude die Fläche bedecken, befindet sich kein naturnaher Lebensraum und kann sich nahezu kein Lebewesen ernähren.

Die Energieversorgung des Baustoffrecyclingwerk ist ein Abbild der Energiepolitik auf Bundesebene. Trotz eines um 2/3 höheren CO2 Ausstosses und einer erheblich grösseren Menge an Emissionen, hat das BRW von Öl- auf Braunkohlebefeuerung umgestellt. Wir bezweifeln, dass die heutzutage Verantwortlichen in der Firma und beim Landratsamt ihre Entscheidungen irgendwie mit heutigen oder zukünftigen Klimaflüchtlingen in Verbindung bringen und schon garnicht in ihr Handeln einbeziehen.

Das Faktum, dass das Atomkraftwerk Fessenheim auf französischer Seite liegt, bedeutet noch nicht, dass wir in Grenzach-Wyhlen nichts damit zu tun haben. Wir liegen innerhalb des 40km Umkreises und tragen ein Restrisiko, dass unsere Heimat bei einem Atomunfall in Fessenheim zum (zeitweisen?) Sperrgebiet gehören wird. Es ist zu befürchten, dass in diesem Fall die Einwohner von Freiburg die ganze Aufmerksamkeit der Behörden binden werden und wir stark auf Selbstorganisation angewiesen sein werden.

Für all diese Themen brauchen wir einen langen Atem. Wir laden ausdrücklich interessierte Bürger ein, bei uns mitzumachen und bedanken uns an dieser Stelle für ihr Interesse.

Wiesen im Rheintal als Neue Allmende

Die Wiesen im Rheintal stellen schon seit Jahrhunderten einen wertvollen, gemeinsamen Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Wildtiere dar. Diese den Ort Grenzach-Wyhlen teilweise noch reizvoll prägende Landschaft ergab sich durch die frühere, überwiegend landwirtschaftliche Nutzung. Deren Bedeutung hat jedoch inzwischen stark abgenommen, so daß eine Überprüfung der Nutzungen und Bedürfnisse erfolgen sollte. Aktuell steht die Landwirtschaft im Ort erkennbar vor der Alternative einer Intensivierung der Produktion oder einer vielfältigeren, abgestimmten Nutzung der Wiesen für extensive Landwirtschaft, ausgleichenden Artenschutz und verträgliche Naherholung sowie Freizeit. Dabei wurden bereits Festlegungen getroffen, indem Wiesen als Ausgleichsflächen des Artenschutzes für Wohnbau, Gewerbe sowie aktuell auch für den Straßenbau der B34_neu festgelegt wurden.  Zusätzlich entsteht durch den bereits laufenden und noch bevorstehenden Straßenbau auch ein erheblicher Ersatz-Bedarf für entfallende Feldgärten, Naherholung und Freizeitgelände. Der Bedarf für Nutzungen des restlichen Wiesengeländes südlich der Bahnlinie (und B34_neu) ist daher sehr groß, eine verträgliche Abstimmung der Nutzungen ist aber bisher nicht erkennbar.

Wir werden uns als BUND-Gruppe aktiv für einen Erhalt der prägenden Wiesen mit seiner Vielfalt an heimischen Pflanzen- und Wildtier-Arten einsetzen. Dabei sollen auch andere, verträgliche Nutzungen im gemeinsamen Natur-Kultur-Raum stattfinden können. Insgesamt streben wir im Bereich der Wiesen abgestimmte Lösungen für die Allgemeinheit an und nennen unser Projekt daher die Neue Allmende.

Quelle: http://www.grenzach-wyhlen-bund.de/themen_und_projekte/