13. November 2011

Gemeinde überplant europäisches Vogelschutzgebiet

Der BUND und der Naturschutzbund Deutschland begrüßen es ausserordentlich, dass sich die Gemeinde entschlossen hat, im FNP auf die Ausweisung eines Baugebietes und auf die Erweiterung der Sportanlagen für das Schulzentrum  in den Gewannen Brandacker und Mösle, westlich des Schulzentrums, also innerhalb des als Vogelschutzgebiet für die Zaunammer ausgewiesenen Areals, zu verzichten.

Die Gemeinde hält aber noch an das Gebiet Gleusen-Ost zwischen Hieber-Markt mit Parkplatz und Gmeiniweg fest, welches ebenfalls Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes für die Zaunammer ist. Sie möchte dieses Gebiet als Gewerbegebiet überplanen und bringt erstmals in diesem Verfahren Ersatzflächen südlich der Bahnlinie in die Diskussion. Diese Flächen liegen im Korridor, der für die planfestgestellte Umfahrung Wyhlen der „B34 neu“ ausgewiesen ist und scheiden daher für eine nachhaltige Ansiedlung der Zaunammer aus. Wir schlagen unter gewissen Bedingungen als Ersatzfläche das Gewann Hirschacker vor.

Die Naturschutzverbände weisen nachdrücklich darauf hin, dass die jetzt ausgewiesenen Grenzen des Europäischen Vogelschutzgebietes für die Zaunammer bereits ein Kompromiss sind, als Resultat einer Besprechung im LRA Lörrach, an welcher LUBW, das Regierungspräsidium, das Landratsamt, die Gemeinde Grenzach-Wyhlen und die Naturschutzverbände NABU und BUND beteiligt waren. Der erzielte Konsens lautet: Als Gegenleistung für die Duldung der Errichtung des Hieber-Marktes im damaligen „faktischen“ Zaunammer-Vogelschutzgebiet (für das ein Verschlechterungsverbot galt) wird dem Naturschutz die jetzt ausgewiesenen Grenzen des Schutzgebietes zugesagt. Leider hat die Gemeinde Grenzach-Wyhlen diese Vorleistung des Naturschutzes nicht honoriert und massive Anstrengungen unternommen, das Schutzgebiet zu schmälern.

Hier finden sie die vollständige Stellungnahme.



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