30. Oktober 2014

Schützenswerte Natur in Grenzach-Wyhlen

Aufgrund der besonderen Lage von Grenzach-Wyhlen am Südrand des Dinkelbergs/Schwarzwald, am Übergang des Hochrheintals in den Oberrheingraben wie auch der Region Basel insgesamt in der Mitte Westeuropas, sind auf engem Raum die Bedingungen für eine grosse Vielfalt an Pflanzen und Tieren gegeben, zu deren Erhalt wir beitragen wollen.

Die reizvolle Landschaft und wertvolle Natur unseres Ortes gliedert sich in Teilbereiche, welche unterschiedliche Merkmale aufweisen:

  • Artenreiche Magerwiesen, Quellbereiche von kleinen Bächen (Talbach, Ruschbach, Leuengraben) und in Deutschland einzigartige Waldgebiete (Buchswald, warme Schluchtwälder) am südlichen Hang des Dinkelbergs.
  • Wiesen, Feldgehölze und der feuchte Bereich des Ruschbach im Rheintal zwischen den Ortsteilen Grenzach und Wyhlen.
  • Gehölze, Kiesgebiete und Wiesen im Uferbereich des Hochrhein.

Die Biotoppflege der besonders wertvollen Magerwiesen am Hang des Dinkelbergs aufgrund der Artenvielfalt und/oder seltenen, heimischen Pflanzen (Hornfelsen, Rettenacker, Bühlersacker, Klosterhang, Mühlerain) wird von der BUND-Ortsgruppe schon seit den 90er Jahren durchgeführt. Dies war notwendig, weil nach der Aufgabe der vorherigen, extensiven Nutzung als Obst- und Mähwiese sich rasch, eingeschleppte, wuchernde Störpflanzen wie die kanadische Goldrute und Gehölzaufwuchs ausbreiteten.

Auch der Quellbereich des Talbachs mit einem Vorkommen an Wildtulpen wird durch regelmässiges Auslichten der Gehölze erhalten. Diese Pflege wird von Helfern aus dem Ort, dem Pächter einer Fläche und dem Sozialen Arbeitskreis Lörrach (SAK) unterstützt und im Einverständnis der Eigentümer durchgeführt. Die Finanzierung von Pflegemassnahmen erfolgt durch Mittel der Landes (gemäss der Landespflegerichtlinie).

Die hohe Naturwertigkeit des Buchswaldes oberhalb von Grenzach-Wyhlen am Hang des Dinkelbergs wurde schon 1939 mit einer Ausweisung als Naturschutzgebiet bestätigt. Zum Erhalt dieses artenreichen, teilweise mediterranen Hangwalds war allerdings über viele Jahre das Unterlassen von wirtschaftlichen Nutzungen völlig ausreichend. Seit jedoch die Raupen eines im Jahr 2009 aus Asien eingeschleppten Schmetterlings (Buchsbaum-Zünsler) und ein ebenfalls eingeschleppter Pilz den Buchsbestand teilweise dramatisch dezimiert haben, ist ein intensives Monitoring der Waldbereiche notwendig, an welchem sich Mitglieder unserer BUND-Ortsgruppe beteiligen. Das Monitoring des Hangwaldes wie auch die Pflege der Magerwiesen und Bachtäler erfolgen im Rahmen der Management-Pläne für das FFH-Gebiet "Wälder bei Wyhlen". Zudem nehmen an Forschungsprojekten zum Vorkommen von Insekten In Grenzach-Wyhlen und der Region Basel teil.

Die Wiesen des Rheintals zwischen den beiden Teilorten Grenzach und Wyhlen dienen im nördlichen Teil einem von zwei kleinen Vorkommen der Zaunammer in Baden-Württemberg als Lebensraum, welcher deshalb als Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde. Um diesen Bestand zu stabilisieren und Konflikte mit den anderen Nutzungen der Flächen (Freizeit/Naherholung, Landwirtschaft, Gewerbe) besser lösen zu können, machen wir Vorschläge für die Entwicklung von südlich benachbarten Flächen als erweiterten Lebensraum für Zaunammern und heimische Tierarten mit ähnlichen Lebensraum-Bedürfnissen.

Wir sehen auch die Möglichkeit einer Aufwertung des Ruschbachs in seinem Unterlauf, welcher früher in diesen Wiesen versickerte und den Rhein nicht erreichte. Der Ruschbach wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verdolt und damit der Lebensraum für bedrohte Amphibienarten wie z.B. Gelbbauchunken oder Feuersalamander wesentlich reduziert. Wir setzen uns daher für eine Renaturierung des Ruschbach-Unterlaufs und insbesondere einen neu gestalteten Versickerungsbereich ein. Diese Massnahmen können im Rahmen des Ökokontos unserer Gemeinde als sinnvolle Ausgleichsmassnahmen für Bauprojekte durchgeführt werden.

Im Bereich des Rheinufers engagieren wir uns besonders in den Biotopen der ehemaligen Kiesgrube Wyhlen. Hier haben wir uns über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren - auch im Rahmen der Agenda21- an der Umwandlung der Kiesgrube in einen Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten des Rheinufers beteiligt und mitgestaltet. Durch sorgfältig gezielte Massnahmen der Biotoppflege erreichen wir das Zurückdrängen von stark wucherrden, teilweise eingeschleppten Pflanzenarten (z.B. kanad. Goldrute, Japanknöterisch, Brombeere, Robinie) und gewährleisten die grosse, sich stetig weiter entwickelnde Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten. Auch die weitere Gestaltung der Flachwasserzone im Abschnitt Grenzach liegt uns am Herzen und wir unterstützen den Fischereiverein bei seinen Aktivitäten.

Insgesamt benötigen die Naturschutzflächen eine Vernetzung und verbindende Grünflächen (Wanderkorridore), um insbesondere eine "Verinselung" der Vorkommen von Wildtieren (z.B. Feldhasen) zu verhindern und andererseits artgemässe Wanderungen zu ermöglichen. Diese Ziele werden durch eine gute Abstimmung der kommunalen Fächenplanung (Landschaftsplan und Bauleitplan) mit der regionalen Planung erreicht.



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