Zander



Der grösste barschartige Süsswasserfisch ist der Zander (Sander lucioperca) oder auch Hechtbarsch, er ist mit den Hechten aber nicht biologisch verwandt. Der Zander ist ein Raubfisch, jagt gern in kleinen Gruppen in gewissen Abstand zum Ufer und weicht damit einer potentiellen  Nahrungskonkurrenz durch den Hecht aus. Sein schlanker, länglicher Körperbau weist ihn als Schnellschwimmer aus. Er besitzt sehr gute Augen, die es ihm ermöglichen in der Dämmerung und nachts auf Jagd zu gehen. Wegen des eher kleinen Mauls macht er vor allem auf Kleinfischarten Jagd, der Hecht mit dem grossen Maul kann deutlich grössere Fische fangen.



Der Körper ist lang, spindelförmig und nach vorn zugespitzt, die Rückenflosse hat Stacheln und ist wie bei allen Barschen geteilt, sie hat zwei ca. gleichgrosse Flossenabschnitte. Die Grösse variiert zwischen durchschnittlich 40cm und 70cm, unter idealen Bedingungen wird er aber auch über 1m gross und über 20kg schwer. Das Alter kann bis zu 18 Jahren betragen. Am Rhein hat er natürlicherweise sein westlichstes Verbreitungsgebiet.

Der Zander bevorzugt große Flüsse mit schwacher Strömung und Seen, beides mit hartem, sandigen Untergrund und planktontrübem Wasser, hier am Altrhein findet er durchschnittlich bis gute Bedingungen vor. Er lauert versteckt, bei eher schlechten Sichtverhältnissen, bevorzugt in der Dämmerung und in der Nacht auf Beute auf und jagd gern in Gruppen in Wassertiefen unter 2 Metern. Sehr gute Jagdchancen hat er, wenn der Rhein bei Hochwasser trübes Wasser führt. Während des Tages versteckt er sich selber in grösseren Wassertiefen.



Der Zander baut ab April bis Mitte Juni bei 10 bis 15 C Wassertemperatur in mittleren Wassertiefen an geschützten Stellen, auf hartem Untergrund eine Laichgrube. Diese Laichgrube wird gegenüber Artgenossen vom Männchen zunächst verteidigt und das Gelege später auch bewacht und vor Verschlammung geschützt. Die Jungen schlüpfen nach ca. 7 Tagen und ernähren sich zunächst von Zooplankton, später von Fischbrut und anderen kleinen Fischen. Die Geschlechtsreife wird mit 3 (Männchen) bis 4 (Weibchen) Jahren erreicht.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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