Wels



Der Wels (Silurus glanis) unterscheidet sich deutlich von anderen Fischen. Er ist der grösste europäische Süsswasserfisch, wächst anfangs in atemberaubendem Tempo und kann in Freiheit nachweislich mindestens 80 Jahre alt werden.

Welse leben als Raubfische und machen Jagd auf tote wie lebende Fische, erbeuten wirbellose Tiere und gelegentlich auch schwimmende Saügetiere oder Vögel an der Wasseroberfläche. Die Welse haben einen horizontal, am Schwanz eher vertikal, abgeflachten Körper mit einem breiten und sehr grossem Kopf. Am Kopf befinden sich 4 Barteln unterhalb und 2 lange Barteln oberhalb des breiten, deutlich oberständigen Mauls, die Brustflossen sind auffallend stark ausgebildet. Die Farbe variiert zwischen grau, grün bis schwachblau und passt sich dem Lebensraums des Tieres an. Die Normalgrösse reicht bis zu einer Länge von 1,50m , eher selten werden 2,5m Länge erreicht, das Gewicht kann dann über 120kg liegen. Der Wels lebt hier im Rhein natürlicherweise eher in seinem westlichsten Vorkommen, durch Menschen ausgesetzte Welse sind in Frankreich und Katalonien vorhanden, die Art gilt in Mitteleuropa als regional gefährdet oder ist gar ausgestorben.



Welse bevorzugen warm-heisse Sommermonate, können die Wintermonate aber auch mit niedrigsten Temmperaturen überleben. Sie können aus bisher unbekannten Gründen im Winter grosse Gruppen erwachsener Tiere bilden. Ihr Habitat sind grosse Flüsse und Seen. Gegenüber Verschmutzung und geringen Sauerstoffkonzentrationen sind Welse eher unempfindlich, sie überleben Sauerstoffkonzentrationen von bis zu etwa 3 mg/l. Ausgewachsene Tiere bevorzugen ruhige, mit Wasserpflanzen bewachsene Bereiche und sind standorttreue Einzelgänger. Sie stehen gerne in tiefem Wasser, oder verstecken sich unter überstehendem grossen Baumwurzeln. Bei im Sommer aufziehenden Tiefdruckgebieten, in der Dämmerung und in der Nacht werden sie bevorzugt aktiv und gehen auf Jagd, die Grösse ihres Mauls gibt ihnen die Möglichkeit ein sehr grosses Nahrungsspektrum zu nutzen, ihren grössten Appetit entwickeln sie im Frühjahr und nach der Laichzeit im August, von November bis zum März ist die Nahrungsaufnahme nahezu eingestellt. Ihr Gehörsinn gegenüber Geräuschen von der Wasseroberfläche ist sehr empfindlich.



Zum Laichen benötigen die Welse Wassertemperaturen die am Rhein erst im Juni/Juli erreicht werden. Die Männchen bauen regelrechte Nester in Ufernähe, umwerben vorbeischwimmende Weibchen und nötigen sie zur Eiablage. Die befruchteten Eier werden vom Männchen durch Fächeln mit Frischwasser versorgt. Die Jungen schlüpfen schon nach zwei bis drei Tagen und suchen dunkle Bereiche des Ufers auf, in direktem Sonnenlicht sterben sie sogar ab. Sie ernähren sich erst vom Dottersack, dann von Zooplankton, Schnecken und Wasserflöhen, später werden Jungfische gejagt oder gar die Jungwelse des eigenen Jahrganges. Nach sechs bis sieben Jahren haben sie ein Grösse von ca. 1m erreicht, die Geschlechtsreife erreichen sie nach drei bis vier Jahren. Sowohl Grösse als auch der Zeitpunkt der Erreichung der Geschlechtsreife sind von Temperatur und Nahrungsangebot abhängig.



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