Schleie



Mit der Schleie (Tinca tinca) beschreiben wir wieder eine Vertreterin der Weissfische. Die Schleien sind oliv-grün gefärbt und habe dunkel-graue Flossen, die Bauchflossen überragen den After. Auffällig ist der hohe Schwanzansatz, der die Höhe des Kiemendeckels erreicht. Das Maul ist end- bis unterständig mit 2 kurzen Barteln am Mundwinkel, die Augen sind rötlich gefärbt und auffallend klein, ihr Körper ist von einer pilzhemmenden Schleimschicht bedeckt. Sie kommt mit Ausnahme von Griechenland und Damlatien in ganz Europa vor.

Ihr Lebensraum sind nicht- oder langsam fliessende Seen mit schlammigem Grund und eher dichten Pflanzenbewuchs, idealerweise mit einem Schilfgürtel und Seerosenfeldern, am Altrhein findet sie gute Lebensbedingungen vor. Sie ist besonders robust gegen Hitze und Kälte und übersteht auch einen kurzzeitigen, sehr niedrigen Sauerstoffanteil im Wasser, auch gegen niedrige pH Werte (saures Wasser) zeigt sie sich eher unempflindlich. Sie bevorzugen Wassertempeaturen zwischen 12C° und 26C°, ungünstige Wetterbedingungen (Hitze, Kälte) überdauern sie durch eine Starre.



Tagsüber steht sie ruhig in dichtem Pflanzenbewuchs und wird erst abends aktiv. In der Dämmerung sucht sie, auch mithilfe der Barteln im Schlamm, nach wirbelloser tierischer Nahrung (Insektenlarven, Schnecken, Muscheln), weidet aber auch Algenfelder ab. Sie sucht ihre Nahrung fast nie an der Oberfläche. Die Nahrungssuche der Schleie wird an der Oberfläche durch dichte, kleine Faulgasbläschen aus dem aufgewirbeltem Schlamm angezeigt.

Wie auch andere Weissfische kann sie bei hoher Bestandsdichte durch fehlende Raubfische verbutten (Kleinwüchsigkeit). Sie erreicht dann bei weitem nicht ihre Durchschnittsgrösse und wird schon mit 15cm geschlechtsreif. Ist der Raubdruck ausreichend gross, werden sie bis 40cm gross, selbst 70cm bei einem Gewicht von nahezu 7kg sind möglich. Sie kann ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.



Bei einer Wassertemperatur von 18C° tritt in den Monaten April bis Juni die Laichbereitschaft ein. Die Fische schliessen sich zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit einem dichten Pflanzenbewuchs auf. Die Weibchen heften innerhalb von 2 bis 7 Wochen in mehreren Ablaichphasen bis zu 800.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen an. Die Jungen schlüpfen nach 3 bis 5 Tagen und halten sich zunächst an Pflanzen fest, erst nach Ausbildung der Kiemen schwimmen sie frei und ernähren sich von Plankton. Mit drei bis vier Jahren und einer Körpergrösse von ca. 25cm werden sie geschlechtsreif.



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