Rapfen



Der Rapfen (Leuciscus aspius,(Syn.: Aspius aspius)) gehört zur Familie der Karpfenfische. Er zeichnet sich durch einen langgestreckten Körper, kleine Schuppen sowie ein tief gespaltenes, oberständiges und zahnloses Maul aus, das bis unter das Auge reicht. Er kann bis zu 115 Zentimeter lang und bei sehr guten Bedingungen 8 kg schwer werden, sein Maximalalter beträgt 12 Jahre. Von den formähnlichen forellenartigen Fischen unterscheidet er sich durch die fehlende zweite Rückenflosse (Fettflosse).



Der Rapfen lebt zu Anfang als Friedfisch in kleinen Schulen in Ufernähe, später wird einzelgängerisch und ein typischer Oberflächenjäger. Sein Lebensraum sind größere Flüsse mit sandigem und kiesigem Substrat, man findet ihn aber auch in großen Seen, er bevorzugt aber schnell fließende Gewässer mit starker Strömung, im Altrhein fühlen sie sich daher nicht so wohl. Im Rhein hat er sein westlichstes Verbreitungsgebiet. Er ist ein Wanderfisch mit mittleren Reichweiten, bei markierten Tieren sind Wanderungen über 160 km nachgewiesen worden.



Zur Laichzeit, in den Monaten April bis Juni, legen die Weibchen 80.000 bis 1.000.000 Eier an stark überströmten Kiesbänken ab. Balzende Rapfen vollziehen Luftsprünge, die Ablaichung erfolgt in Gruppen. Die klebrigen Eier haften am kiesigen Geröll und entwickeln sich zunächst im Kieslückensystem. Die Jungen schlüpfen nach ca. 2 Wochen und leben danach in Schwärmen in Ufernähe. Sie ernähren sich anfangs von Pflanzen und tierischem Plankton, beginnen sich aber schon nach 3 Monaten zu Jägern auf kleinere Fische zu entwickeln. Mit zunehmendem Alter wechseln sie ins mittige und tiefere Flusswasser. Sie organisieren sich als Alttiere im fortgeschrittenem Alter mitunter zu kleinen Gruppen und dringen dann mit Vehemenz in Schwärme kleinerer Fische ein. Dieses eindrucksvolle Schauspiel lässt sich an ihren Standorten mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Morgen- und Abenddämmerung der Sommertage beobachten. Nach 4 bis 5 Jahren werden sie geschlechtsreif.



Die Art benötigt unbelastetes, sauberes Wasser und reagiert empfindlich auf Abwasserbelastungen, der Verlust von Kiesbetten im Zuge des Ausbaues des Rheins erschwert und minimiert ihre Laichmöglichkeiten.
Der Fisch ist von der EU in den Anhang der FFH Richtlinie aufgenommen worden und ist so geschützt.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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