Nase



Die Nase (Chondrostoma nasus) gehört in die Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und war vor der Verbauung des Rheins eine der am häufigsten vorkommenden Arten. Nasen werden bis zu 40 cm groß und können bis 1kg schwer werden. Der Körper ist spindelförmig und rundlich, die Schuppen glänzen grau, grünlich und metallisch. Sie haben ein deutlich unterständiges Maul mit einer stark verhornten Kante und einen nasenartigen, zu einem dicken Vorbau vergrößerten Oberkiefer.



Sie sind überwiegend Vegetarier und weiden als sehr gesellig lebende Grundfische mit diesem Maul die Algen auf steinigen Untergründen ab. Daher bevorzugen sie Gewässerabschnitte mit durchschnittlicher bis schneller Strömung (Äschenregion) in denen Steine durch oberflächennahe Lagerung viele Algen ansetzen, etwas weniger geeignet sind Lebensraum mit stehendem Gewässer und steinigem Untergrund. Bei der Nahrungssuche versuchen sie immer wieder die Algen an den Seiten der Steine abzuweiden und drehen sich daher oft auf die Seite, wodurch die silbrige Seite beim Beobachter aufblitzt. Sie sind über große Zeiträume im Jahr standorttreu und verteidigen ein Revier. Sie bilden mitunter Gruppen von mehreren hundert Tieren und sind dann auch vom Ufer aus leicht zu erkennen. Der Altrhein, mit dem verschlammten Boden und der geringen Strömung ist kein bevorzugter Aufenthaltsort.



Zur Laichzeit von Ende März bis Mitte Mai wandern die Nasen über lange Strecken in größeren Schwärmen flussaufwärts am Altrhein vorbei und suchen nach flachen, sauerstoffreichen und kiesigen Fluss- und Bachabschnitten im Oberlauf ihres Heimatflusses oder nach geeigneten Untergründen in den Nebenflüssen. Dort werden von den Weibchen bis zu 100.000 Eier an den Grund des Flusses geklebt, die Eiablage wird von heftigen Kämpfen um die besten Laichgruben begleitet. Nach dieser Laichzeit wandern die Fische wieder in ihre Reviere zurück um im nächsten Jahr den Zyklus fortzusetzen.

Für die Berufsfischer am Oberrhein war die Nase neben dem Lachs der bedeutendste, saisonale Fangfisch. Die Nase ist wie nur wenig andere Fische auf die Durchlässigkeit der Staustufen an den Kraftwerken angewiesen und benötigt die Durchlässigkeit auch in den kleineren Nebenflüssen des Rheines. Die Bestände müssen durch gezielte Besatzmaßnahmen hochgehalten werden.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

Suche