Lachs



Der Atlantische Lachs (Salmo salar) war bis nach der 1900er Jahrhundertwende der charakteristische Rheinfisch überhaupt, er kam bis zum Umbau des Rheins nach den Tulla'schen Plänen in heute nicht mehr vorstellbaren Mengen vor. Kleine Bestände blieben bis in die 1950-er und 1960-er Jahre erhalten, phasenweise waren in der Folgezeit keine Lachse mehr nachweisbar.

Als sogenannter anadromer Wanderfisch kehrte er aus dem Meer zum Laichen ins Süßwasser zurück, er wanderte den Hauptfluss hoch und ist zum Laichen zu den Kiesgründen in die Nebenflüsse gewandert, vor allem hier am Hochrhein war er zuhause. Durch die Errichtung von Kraftwerken am Hauptfluss, aber auch in den Nebenflüssen sind seine Wanderwege versperrt worden, die Verbauung und Begradigung von Flüssen hat Kiesbänke verschwinden lassen, zu guter letzt haben Abwässer das Leben beim Aufstieg erschwert. Alles zusammen hat zur phasenweise Ausrottung geführt und zudem eine sehr wichtige Grundlage für die faktisch nicht mehr existente Berufsfischerei entlang des Rheins entzogen. Dank durchgeführter Schutzmassnahmen, vor allem der Bereitstellung von Aufstiegshilfen bei den Kraftwerken und dem Aussetzen von Junglachsen, sind seit 2013 Lachse oberhalb von Rheinfelden wieder nachweisbar, in den Nebenflüssen des Oberrheins sind sogar Laichplätze des Lachses nachgewiesen worden. Die aktuellen (2014) Rückkehrerraten in die Flüsse sind leicht rückläufig.



Den grössten Teil des Lebens verbringt der Lachs im Atlantik. Hat er sich nach 4 bis 8 Jahren ausreichend grosse Reserven angefressen und sowohl die Geschlechtsreife als auch eine Mindestgrösse erreicht, wandert er ab den Frühsommermonaten in die grossen Flüsse Nordamerikas und Europas hoch, nimmt dabei keine Nahrung auf und sucht die Kiesgründe des Hautpflusses, vor allem aber der Nebenflüsse auf; dort gräbt er Laichmulden in den Kies. Die Laichphase beginnt im November und dauert bis Ende Februar, die Weibchen legen in dem Kiesbett bis zu 30.0000 Eier, mehrere Männchen geben den Samen dazu. Sind die 6mm grossen Eier abgelegt, versuchen sie wieder das Meer zu erreichen. Aufgrund der langen Hungerphase, den Anstrenungen auf der Wanderung und aufgrund der  Auseinandersetzungen am Laichplatz überleben viele Lachse diesen letzten Teil des Weges nicht, nur äusserst wenige Lachse laichen mehr 3 mal in ihrem Leben.



Die Jungen schlüpfen nach vier bis zwölf Wochen, ernähren sich längere Zeit vom Dottersack. Als kleiner Raubfisch bleibt der Lachs je nach Umständen ein bis drei Jahre im Süsswaser und ernährt sich dort von kleinen Fischen und Krebsen, später färbt er sich von dunkel-gestreift zu silbern und wandert in den Atlantik zurück, wo er in kalten Gewässern weiter an Grösse und Volumen zulegt. In einem Alter von 4 bis 8 Jahren kehrt er mit blaugrünem Rücken, roten Kopf und orangenem Bauch in den Fluss mit einer Grösse von 90 bis 150 cm und einem Gewicht von bis zu 15kg zurück. Die Männchen haben dann einen ausgeprägten Laichhaken am Unterkiefer ausgebildet.



Der Atlantische Lachs ist noch immer stark bedroht, er hat eine besondere Rolle beim Gewässer- und Lebensraumschutz, da auch andere Wanderfische, mit weit weniger langen Wanderwegen, von den Schutzmassnahmen sehr gut profitieren.



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