Karpfen



Der Karpfen (Cyprinus carpio) ist in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nicht am Rhein zuhause gewesen sondern kam aus dem Raum um das Kaspische und das Schwarz Meer, heute ist er am Rhein oft anzutreffen. Die Wildform mit einem länglichen, seitlich wenig abgeflachten Körper kann mehr als 80cm lang und bis zu 30kg schwer werden und gilt als bedroht. Der Rücken ist blaugrün gefärbt, die Seiten sind hell, goldig oder gelb.

Als beliebter Speisefisch wurde er jahrhundertelang gezüchtet und auf mehr Fleischansatz durch einen höheren Rücken selektiert. Diese Körperform findet sich beim Spiegelkarpfen und beim Schuppenkarpfen wieder, von denen beide Formen hier am Altrhein vorkommen.



Tagsüber versteckt sich dieser standorttreue Schwarmfisch, in der Dämmerung durchpflügt er in Kleingruppen organisiert den schlammigen Boden nach Larven, Schnecken und Würmern mit dem typischen vorgestülpten Maul und den beiden Bartelnpaaren so tief, dass Faulgase aus dem Schlamm befreit werden, auch pflanzliche Nahrung gehört zu seinem Nahrungsspektrum. Er bevorzugt warme, wenig oder gar nicht fließende Gewässer mit starkem Pflanzenbewuchs. Er erträgt geringe Sauerstoffkonzentrationen, in der offenen Strömung findet man ihn sehr selten. Den Winter überdauern die Karpfen an tiefen, nahezu strömungsfreien Stellen, in dieser Zeit nehmen sie keinerlei Nahrung zu sich.

Seine Laichzeit ist von Mai bis Juni, in dieser Zeit schwimmen die Tiere in die Bereiche mit dichtem Wasserpflanzenbewuchs, wo die Weibchen ca. 1.5 Mio. Eier ablegen, die an den Pflanzen anhaften. Die zeitgleiche Ei- und Samenabgabe wird durch synchronisierte Verhaltensrituale aufeinander abgestimmt, hierbei wird oft die äußere Schleimhaut in Mitleidenschaft gezogen, was wiederum Pilzinfektionen nach der Laichperiode nach sich zieht. Die Jungen schlüpfen je nach Wassertemperatur nach 3 bis 8 Tagen, irgendeine Art von Brutpflege betreiben die Karpfen nicht. Ihre Geschlechtsreife erreichen Karpfen mit 4 Jahren, ihr Höchstalter beträgt ca. 15 Jahre.



Der Altrhein mit dem flachen Boden, dem guten Pflanzenbewuchs, der geringen Strömungsgeschwindigkeit und den etwas höheren Temperaturen ist wie geschaffen für den Karpfen.

Der Schuppenkarpfen unterscheidet sich vom Wildkarpfen durch den durchgängigen Schuppenmantel und den relativ höher ausgebildeten Rücken, der Spiegelkarpfen hat nur vereinzelte Schuppen, der Lederkarpfen hat gar keine Schuppen mehr.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

Suche