Aland



Der Aland (Leuciscus idus) gehört in die Familie der Karpfen, er hat einen gestreckten, seitlich abgeplatteten Körper mit eher vielen silbrigen Schuppen. Das Maul ist klein und endständig und liegt deutlich vor den Augen. Im gesamten Erscheinungsbild ähnelt er dem Döbel, hat aber eine nach innen gebogene Afterflosse. Der Aland hat im Rhein sein westlichstes Vorkommen und bewohnt vor allem den Unterlauf des Flusses, dort nutzt er seine große Unempfindlichkeit gegenüber Salzwasser und sucht auch im Brackwasser nach Nahrung. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Osteuropa einschließlich Sibirien, den Balkan und bis in das nördliche Skandinavien.

Der Aland lebt und frisst in Gruppen, er steht oft im Uferbereich unter Sträuchern von langsam fließenden Gewässern und ernährt sich überwiegend oberflächennah von vorbeischwimmender Nahrung, er sucht aber auch am Boden nach Insektenlarven, Schnecken oder Muscheln. Mit diesem breiten Spektrum ist er sehr anpassungsfähig und kann verschiedenste Lebensräume besiedeln, er benötigt aber sicherlich kalte Winter. Die Durchschnittsgröße ist 30-40 cm bei einem Gewicht von 0,5 bis 2,5 kg, die Maximalgröße liegt bei 80cm und 5kg.



Zur Laichzeit zwischen April und Juni wandern die geschlechtsreifen Tiere in großen Schwärmen eher kurze Strecken zu strömungsschwachen, flachen Flussabschnitten, wo in sandig kiesigen Bereichen, nach heftigen Paarungsritualen, die Weibchen bis zu 120tsd Eier ablegen. Aus den am Boden haftenden Eiern schlüpfen je nach Temperatur, nach ca. 2 bis 3 Wochen die Jungen. Sie ernähren sich zu Anfang von winzigsten, schwimmfähigen Tieren, wandern aber schon nach wenigen Wochen in ruhigere Flussabschnitte um dort heranzuwachsen. Sie erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis fünf Jahren und einer Größe von ca. 30cm bis 40cm.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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