Aal



Der Aal (Anguilla anguilla) hat einen schlangenähnlichen Körper, der vorne eher einen runden - und hinten einen seitlich zusammengedrückten  Querschnitt hat. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum, das Maul ist oberständig. Auffällig sind zwei Paare von Nasenöffnungen, eines zum Einströmen, das andere zum Ausströmen. Der Aal passt sich an sein Nahrungsspektrum körperlich an und kann sich vegetarisch sowohl von Pflanzen ernähren, als auch von Insekten, Würmern, Kleinfischen, Krebsen und Aas, gelegentlich jagt er sogar Frösche. Bei vegetarischer Nahrung hat er eher ein Spitzmaul, bei tierischer Nahrung eher ein Breitmaul, beide Typen kommen nebeneinander im gleichen Habitat vor.



Der Aal ist ein katadromer Wanderfisch (erst Salz- dann Süss- und zuletzt Salzwasser) und lebt zu Anfang und am Ende seines Lebens im Meer (Salzwasser!). Man findet ihn dazwischen in allen Formen von kontinentalen Süßgewässern, wie zum Beispiel Seen, Flüssen oder kleinen Forellenbächen, dort ist er als Laichräuber bekannt. Er bevorzugt schwach fließende, schlammige Gewässer mit ausreichend vielen Rückzugsmöglichkeiten in denen er sich verstecken kann. Er ist hauptsächlich nachtaktiv und verbirgt sich tagsüber in dichtem Kraut, versunkenem Holz oder kleinen Höhlen.

Aale laichen in der Nähe der Bahamas, vermutlich in 2.000 m Wassertiefe, die Larven schwimmen mit dem Golfstrom zusammen und auch aktiv ca. 3 Jahre lang an die europäischen Küsten, dort wandern sie die Flüsse aufwärts und besiedeln sogar auf feuchtnassen Landwege Seen, die kleinen Kiemenöffnungen werden bei diesen Wanderungen dicht geschlossen um eine Austrocknung zu vermeiden, die (eingeschränkte!) Sauerstoffaufnahme erfolgt hierbei über die Haut. Sie wachsen in geschlossenen Süßgewässern bis zu 45 Jahre heran, in Flüssen werden sie bis zu 18 Jahren alt. Weibchen können dabei bis 1,20 m lang und 4,5 kg schwer werden, Männchen bleiben deutlich kleiner. Im ausgewachsenen Zustand besteht ca. 30% ihres Körpers aus Fett; diese Reserven werden benötigt wenn sie zur Fortpflanzung wieder zurück in die Saragossasee in der Karibik schwimmen.



Die Wanderung fortpflanzungswilliger Aale beginnt bei uns im Oktober und kann bei milder Witterung bis zum Dezember dauern. Während des Rückweges aus den Flüssen Europas in die Saragossasee (Gesamtdauer bis zu 1,5 Jahren) nimmt der Aal keine Nahrung mehr zu sich. Nach der Paarung und der Eiablage stirbt der Aal. Er hat dann wie Schmetterlinge in einer Metamorphose viele Umwandlungsprozesse vollzogen um den Wechsel von Salz- auf Süßwasser und wieder zurück zu vollziehen. Vor allem die Körperform ändert sich im Verlaufe seines Lebens und ändert sich tendenziell von hoch-flach zu lang-rund.

Wegen des hohen Alters der Aale machen sich inzwischen die ungeregelten Fangquoten für Glasaale aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren bemerkbar, auch ein aus Asien eingeschleppter Schwimmblasenwurm in Europa gefährdet den erfolgreichen Abschluss der Rückwanderung in die Karibik.

Die Art gilt inzwischen als stark gefährdet, Schutzerfolge werden sich durch den langen Lebenscyklus erst mit langer Zeitverzögerung bemerkbar machen.



FFH Gebiet

Die FFH-Richtlinie (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum) wurde am 21.Mai 1992 als „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" beschlossen. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie die zentrale Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

Das vorrangige Ziel der FFH- und EG-Vogelschutzrichtlinie ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung und Sicherung der in Europa vorhandenen biologischen Vielfalt. Durch die FFH-Richtlinie werden die europaweit gefährdeten, natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie die Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Mehr Info unter Landesanstalt für Umwelt Baden-Würrtemberg.

Unser Naturschutz-Tipp

Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sollten nicht vollständig entsorgt werden. Sie können im Winter verschiedenen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern zum Beispiel bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen von Blumen. Heimische Sträucher wie Schneeball und Heckenrosen bieten ebenfalls Nahrung für hungrige Vögel. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Wildbienen etwa legen ihre Eier in hohle, trockene Pflanzenstängel. Dort überwintern dann die Larven und schlüpfen im kommenden Jahr.

Mehr dazu unter www.bund.net/bund-tipps/

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